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Keyless-Go-Relaisangriff einfach erklärt

Oktober 02, 2026

Bei einem Keyless-Go-Relaisangriff wird nicht der Schlüsselcode „geknackt“, sondern die Funkkommunikation zwischen Fahrzeug und berechtigtem Schlüssel über eine größere Strecke weitergeleitet. Das Auto kann dadurch einen Schlüssel in der Nähe annehmen, obwohl er sich tatsächlich in Wohnung, Tasche oder Jacke befindet. Dagegen helfen je nach Fahrzeug das Deaktivieren der Komfortfunktion, eine korrekt getestete funkdichte Schlüsseltasche und zusätzliche mechanische Sicherungen.

Keyless-Autoschlüssel liegt zu Hause in einer geschlossenen Schutztasche, während ein Auto draußen parkt

Wie funktioniert eine Relay Attack, ohne den Schlüssel zu kopieren?

Ein passives Keyless-System erkennt einen berechtigten Schlüssel über Funk. Nähert sich die Person dem Fahrzeug, kann es Türen entriegeln und später den Start freigeben, ohne dass eine Taste am Schlüssel gedrückt wird. Genau diesen Komfort nutzt ein Relaisangriff aus: Die Kommunikation wird zwischen Fahrzeug und dem weiter entfernten Originalschlüssel weitergereicht.

Die Polizeiliche Kriminalprävention beschreibt dafür Funkstreckenverlängerungen, die dem Fahrzeug einen tatsächlich nicht anwesenden Schlüssel vortäuschen. Der Originalschlüssel bleibt dabei im Besitz der Halterin oder des Halters. Deshalb beweist ein unbeschädigtes Schloss nicht, dass kein unbefugter Zugriff erfolgt sein kann.

Für die Prävention müssen Verbraucher keine technischen Angriffsdetails kennen. Entscheidend ist die Schutzfrage: Kann das Fahrzeug den Schlüssel noch erkennen, obwohl er vollständig in der vorgesehenen Abschirmlösung liegt? Dieser Praxistest wird direkt am eigenen Auto durchgeführt. Öffnet oder startet es weiterhin, ist die gewählte Kombination nicht ausreichend und muss geprüft werden.

Welche Maßnahmen sind im Alltag sinnvoll?

Prüfe zuerst die Betriebsanleitung und Herstellerinformationen für dein exaktes Modell, Baujahr und die Schlüsselvariante. Manche Systeme lassen sich über Fahrzeugeinstellungen oder eine Tastenkombination am Schlüssel deaktivieren. Die Polizei weist darauf hin, dass manche Hersteller das Abschalten der Keyless-Funktion beispielsweise über zweimaliges Drücken der Verriegelungstaste anbieten. Das ist jedoch keine universelle Anleitung.

Eine funkdichte Schlüsseltasche trennt den Schlüssel bei korrekter Nutzung von der Funkkommunikation. Lege ihn vollständig in das dafür vorgesehene Abschirmfach und schließe es sauber. Teste anschließend Öffnen und Starten am Fahrzeug. Der Test muss mit Haupt- und Zweitschlüssel wiederholt werden und nach Verschleiß, Reinigung oder Produktwechsel erneut stattfinden.

Zusätzliche Ebenen können eine abschließbare Garage, Lenkradsperre oder andere mechanische Wegfahrsicherung sein. Sie verhindern den Relaisangriff nicht technisch, erhöhen aber den Aufwand am Fahrzeug. Kontrolliere nach jedem Verriegeln sichtbar oder akustisch, ob das Auto tatsächlich geschlossen ist; Funkstörungen können sonst unbemerkt eine offene Tür hinterlassen.

Fünf Schutzschritte gegen die Funkverlängerung bei Keyless-Go

Was ist bei neuen Schlüsseltechniken zu beachten?

Keyless-Systeme unterscheiden sich erheblich. Bewegungssensoren können einen ruhenden Schlüssel nach einer gewissen Zeit in einen Schlafzustand versetzen; Entfernungsmessung mit moderner Funktechnik kann Relaisangriffe anders behandeln. Ob und wie diese Funktionen vorhanden sind, lässt sich nicht zuverlässig allein am Fahrzeugnamen erkennen. Ausstattung, Softwarestand, Schlüsselgeneration und Marktversion können abweichen.

Verlasse dich deshalb nicht auf pauschale Modelllisten oder die Aussage „neues Auto gleich sicher“. Frage den Hersteller oder Vertragspartner nach der konkreten Schlüsseltechnik und nach verfügbaren Updates. Lass dir zeigen, wie das Abschalten funktioniert und wie der Notschlüssel verwendet wird.

Auch ein Bewegungssensor deckt nicht jede Alltagssituation ab: Ein bewegter Schlüssel auf dem Weg zum Fahrzeug verhält sich anders als ein ruhender Schlüssel zu Hause. Eine geprüfte Abschirmlösung kann daher weiterhin als klar kontrollierbare Ebene sinnvoll sein. Sie muss jedoch zum tatsächlichen Schlüssel passen und regelmäßig am Fahrzeug getestet werden.

Häufige Fragen (FAQ)

Wird beim Keyless-Diebstahl mein Schlüssel kopiert?

Bei einem Relaisangriff wird die laufende Funkkommunikation weitergeleitet; eine dauerhafte Kopie des Schlüssels ist dafür nicht zwingend nötig. Andere Angriffsmethoden sind davon zu unterscheiden.

Reicht es, den Schlüssel weit von der Haustür wegzulegen?

Mehr Abstand kann helfen, ist aber keine verlässliche Funktionsprüfung. Eine korrekt geschlossene und am Fahrzeug getestete Abschirmlösung bietet eine direkt kontrollierbare Barriere.

Hilft eine Metalldose genauso wie eine Keyless-Tasche?

Nur ein Test am eigenen Fahrzeug zeigt, ob die konkrete Dose mit Deckel ausreichend abschirmt. Alltagstauglichkeit, Fugen und Beschädigungen können die Wirkung beeinflussen.

Kann ich Keyless-Go einfach ausschalten?

Das ist hersteller- und modellspezifisch. Nutze ausschließlich die Betriebsanleitung oder eine bestätigte Anleitung des Herstellers beziehungsweise Vertragspartners.

Muss auch der Zweitschlüssel geschützt werden?

Ja, wenn er dieselbe aktive Keyless-Funktion besitzt. Ein selten genutzter Schlüssel kann dauerhaft an einem ungünstigen Ort liegen und sollte separat geprüft und geschützt werden.

Ist eine Schutztasche allein genug?

Sie ist eine Schutzebene gegen Funkkommunikation, sofern sie korrekt funktioniert und genutzt wird. Parkort, mechanische Sicherung, Verriegelungskontrolle und Herstellerfunktionen ergänzen das Konzept.

Quellen

MakakaOnTheRun
MakakaOnTheRun


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